Episodenguide

Teaser

Akt 1

Akt 2

Akt 3

Akt 4


AKT 1

 

EINBLENDE:

2.

AUSSEN. LANDSTRASSE. TAG.

Xena und Gabrielle reiten langsam die Straße hinunter. ARGO bewegt sich langsam und alle drei wirken, als könnten sie im Halbschlaf sein. Es ist offensichtlich, dass Gabrielle hinter Xena schläft. Ihre Augen sind geschlossen und ihr Kopf ruht auf Xenas Rücken.

ARGO
(aus dem Off)
Autsch, autsch, autsch!

Gabrielles Augen öffnen sich langsam, als ob jemand sie sanft schüttelt.

GABRIELLE
Häh?

ARGO
(aus dem Off)
Ein Stein unter meinem Schuh.

GABRIELLE
(halb schlafend)
Zieh sie aus.

XENA
Was?

GABRIELLE
Zieh deine Stiefel aus, wenn du
einen Stein drin hast.

XENA
Schlaf weiter, Gabrielle.
Du träumst.

GABRIELLE
(glücklich lächelnd)
Okay.

SCHNITT ZU:

3.

AUSSEN. LAGERPLATZ. ABEND.

Gabrielle nimmt Argos Sattel ab, als Xena hinter sie tritt. Während sie hinter ihr steht, greift Xena nach dem Sattel, indem sie ihre Arme um Gabrielle legt. Gabrielle ist jetzt im Grunde zwischen Xena und Argo gefangen.

XENA
(flüstert in ihr Ohr)
Tut mir Leid wegen heute Morgen.
Ich hab nicht sehr gut geschlafen.

Gabrielle lächelt und gibt vor zu überlegen, ob sie Xena vergeben wird.

GABRIELLE
Du meinst es ernst?

XENA
Absolut.
Es tut mir Leid.

GABRIELLE
Leid genug, um heute Abend
das Abendessen zu machen?

XENA
Bist du heute noch nicht
genug gequält worden?

Gabrielle dreht sich um und lächelt Xena an.

GABRIELLE
Noch nicht ganz.

(küsst Xenas Kinn)

Und ich hätte gerne Kaninchen.

Gabrielle duckt sich unter Xenas Arm hindurch und hebt ihr BETTZEUG auf und rollt es auf dem Boden aus.

XENA
Wenn ich es koche...

Ein DOLCH steckt im Boden zu Gabrielles Füßen, gerade von Xena dorthin geworfen. Gabrielle sieht von ihren Füßen auf in Xenas lächelndes Gesicht.

XENA
(weiter)
Tötest du es.

Gabrielle bückt sich und zieht den Dolch aus dem Boden. Sie dreht ihn einmal in der Luft und fängt ihn geschickt, während sie ihre Schultern strafft und eine sehr würdevolle Haltung einnimmt.

GABRIELLE
Alles klar, Xena.

(neckend)

Werde ich. Du hast besser das
Feuer an, wenn ich zurück komme.

XENA
(vor sich hin lachend)
Ja, Ma'am.
Und ach, Gabrielle?

GABRIELLE
Ja?

XENA
Lass es ein schön fettes Karnickel sein.
Ich bin wirklich hungrig.

GABRIELLE
Gut, ein fettes Kaninchen
kommt sofort.

SCHNITT ZU:

4.

AUSSEN. FELD. ABEND.

Gabrielle kriecht langsam und sehr ruhig durch hohes Gras. Gegenwärtig trägt sie den Dolch zwischen ihren Zähnen, während sie mit der Hand langsam den Boden vor sich abtastet. Sie hält inne und lächelt um den Dolch herum. Dann streckt sie schnell die Hand aus und zieht ein KANINCHEN am Genick aus dem Gras. Sie öffnet ihren Mund und lässt den Dolch einfach in ihre freie Hand fallen.

GABRIELLE
Na, bist du nicht niedlich.
Ich denke, ich nenne dich

(Pause)

Abendessen.

Sie hebt den Dolch, als sie plötzlich die Stimme in ihrem Kopf hört.

KANINCHEN
(aus dem Off)
Bitte tu's nicht!

Der Dolch fällt aus Gabrielles Hand, als sich ihr Mund öffnet, während sie das Kaninchen anstarrt.

KANINCHEN
Bitte, töte mich nicht.
Ich habe eine Frau

(Pause)

Und sechzehn Kinder

Gabrielles Augen weiten sich, als sie begreift, das sie das Kaninchen 'hört'. Sie lässt sein Genick los, nur eine Spur davon entfernt, es wirklich fortzuwerfen. Sie beobachtet, wie das Karnickel wegflitzt. Dann beginnt sie langsam zum Camp zurückzugehen, rückwärts laufend, sodass sie sehen kann, wo sie war.

Xena sieht Gabrielle in die Wiese hinaus starrend ins Lager zurück laufen.

XENA
Gabrielle, was ist los?

Sie dreht sich um und sieht für einen Moment Xena an, dann reibt sie ihr Gesicht.

GABRIELLE
Ach, nichts. Ich, ähm,
ich hab den Dolch fallen lassen. Ich hatte vor,
eine Fackel zu holen und danach zu suchen.

XENA
Ich sag dir was, nachdem ich
heute so eine reine Freude war,
werde ich das Essen holen.

GABRIELLE
(leicht in Panik)
NEIN!

Xena steht ein bisschen aufrechter, als Gabrielle schnell herüberläuft, die Hände zu einer Geste erhoben um Xena aufzuhalten.

GABRIELLE
(weiter)
Nein, Xena, das kannst du nicht!

XENA
Natürlich kann ich.

GABRIELLE
Nein, kannst du nicht.

(schnell)

Ich hab den Dolch verloren.

 

XENA
Keine Sorge, ich werde einfach

(macht eine brechende Bewegung
mit ihren Händen)

seinen haarigen, kleinen Hals brechen.

GABRIELLE
(legt ihre Hand
um ihren Hals)
Ohhh, musst du
so anschaulich sein?

XENA
(besorgt schauend)
Gabrielle, was ist
los mit dir?

GABRIELLE
Nichts, mir geht's gut. Hör mal,
warum essen wir heute
nicht Dörrfleisch zum Abendbrot?

XENA
Ist alle.
Du hast es letzte Nacht
als Spätimbiss gegessen.

GABRIELLE
Früchte?

XENA
Verfault.

GABRIELLE
Käse?

XENA
Schimmlig.

GABRIELLE
Wir können den Schimmel abschneiden.

XENA
Wie? Du hast den Dolch verloren.

GABRIELLE
Wir können das Chakram nehmen.

XENA
Wie oft habe ich es
dir schon gesagt.
Mein Chakram wird NICHT als
Küchenutensil benutzt.

GABRIELLE
 VERRÜCKTE NUSS!

XENA
Es gibt nur ein paar Dinge,
mit denen du dich nicht anlegst und das
Chakram eines Mädchens ist eines davon.

GABRIELLE
Nein, Xena!

(dreht Xena auf einen Baum
zu und zeigt hinauf)

Nüsse. Wir können Nüsse
zum Abendbrot essen.

XENA
Nüsse?

GABRIELLE
Sicher! Ich liebe Nüsse.
Du nicht?
Sie sind so nussig!

XENA
Genau wie du. Gabrielle,
was wird hier gespielt?

GABRIELLE
Außerdem könnten wir das
Kaninchen überhaupt nicht zubereiten.
Wir haben keine Pfanne.

XENA
Gabrielle...

GABRIELLE
Komm schon, Xena, lass uns
einfach ein paar Nüsse knacken
und etwas schlafen. Dann können
wir morgen zeitig aufstehen.

XENA
Nüsse?

SCHNITT ZU:

5.

AUSSEN. LAGERPLATZ. NACHT.

Xena rührt einen Löffel durch etwas, das Nusssuppe zu sein scheint. Sie seufzt, offensichtlich nicht zufrieden mit dem Angebot des Abends. Sie seufzt noch einmal, dann stellt sie ihre Schüssel auf den Boden.

XENA
Ich werde nach Argo sehen.

GABRIELLE
Sieh nach ihren Hufeisen.

XENA
Ich sehe immer nach ihren Hufeisen.

GABRIELLE
Sie hat einen „Felsbrocken“ unter einem.

XENA
(verschränkt ihre Arme)
Sie sagt dir das?

GABRIELLE
Hat sie tatsächlich getan.

XENA
Was war in deinen Nüssen?
Hast du ein paar von diesen
komischen Pilzen gefunden?

GABRIELLE
Nein! Natürlich nicht. Ich habe
meine Lektion darüber gelernt,
als du mit Eve schwanger warst.
Alles, was ich meine, ist, dass
Argo und ich uns wirklich gut
kennen gelernt haben und ich weiß, wenn
etwas nicht stimmt.

XENA
(zweifelnd)
Ah ja.

GABRIELLE
Sie einfach nach ihren Hufeisen.

Xena fährt fort Gabrielle anzustarren, die schließlich aufsteht und zu dem Pferd hinüberläuft, um ihr liebevoll über die Nase zu reiben.

GABRIELLE
Ich sage dir die Wahrheit! Wir sind jetzt
die besten Freunde, stimmt's Mädchen?

Argo schnaubt und nickt mit dem Kopf.

GABRIELLE
Sie sagt 'stimmt'.

Xena rollt mit den Augen und läuft auf Argo zu, die noch einmal schnaubt.

GABRIELLE
Sie sagt, wenn du nicht vorhast
diese verfaulten Äpfel zu essen,
könntest du ein paar in ihre Richtung werfen.

XENA
(neckend)
Ja, Boss.

GABRIELLE
(zu Argo)
Sie hat nur sechsundzwanzig
Jahre gebraucht, aber ich denke,
sie hat es endlich kapiert.

SCHNITT ZU:

6.

AUSSEN. LAGERPLATZ. NACHT.

Xena und Gabrielle stecken unter ihrem Bettzeug. Gabrielle ist immer noch fast halbwach und starrt in das Feuer, dass immer noch brennt. Xena liegt hinter Gabrielle angekuschelt, schnarchend.

STIMME 3
Sie sind so hässlich.

STIMME 4
Wie überleben sie
ohne Schwänze?

STIMME 3
Und hast du mal einen Hauch
von der Kurzen abgekriegt?

STIMME 4
Ihr Weibchen kann
sie nicht gut pflegen.

Bei diesem Kommentar erhebt sich Gabrielles Kopf vom Boden und sie sieht über das Feuer zu zwei EICHHÖRNCHEN, die auf einem Baumstamm sitzen und übrig gelassene Nüsse essen. Sie hören mit dem Kauen auf und sehen Gabrielle direkt an.

EICHHÖRNCHEN 1
Sie sieht uns.
Was machen wir?

GABRIELLE
Haltet einfach den Mund,
ich versuche hier zu schlafen. Und
wenn ich so schlimm rieche, haut ab.

XENA
(im Schlaf)
S'okay, ich bin dran gewöhnt.

Gabrielle stöhnt und zieht eine Decke über ihren Kopf.


ABBLENDE.

ENDE DES ERSTEN AKTES
 

AKT 2